Meine erste Saison http://meineerstesaison.posterous.com Mein Weg zum Bundesliga-Fan posterous.com Mon, 14 May 2012 10:25:00 -0700 Staunen, jubeln, doublen, feiern http://meineerstesaison.posterous.com/robert-trifft-basti-schimpft-dortmund-feiert http://meineerstesaison.posterous.com/robert-trifft-basti-schimpft-dortmund-feiert

Der Lärmpegel auf meiner Couch bei einem durchschnittlichen Bundesliga-Spiel dürfte die Nachbarn in den Wahnsinn treiben. Und vermutlich wunderten sie sich am Samstag Abend, warum es verhältnismäßig ruhig blieb. Der Grund war einfach: Fassungslosigkeit. Ja, ich habe 2:0 getippt, die meisten von uns tippten auf einen knappen Sieg, mit Pessimisten-Ausfällen. Aber ein 3:1 zur Pause? Unfassbar. 5:2 beim Schlusspfiff? Unfassbar. Absolut souverän, ach was, dominant gegen Bayern München das Double gewinnen? Unfassbar. Wir verstummten fast andächtig. In Minute 85 stellte ich fest (Spielstand war bereits 5:2): "Hey, ich glaub, wir gewinnen das wirklich."

81 Punkte, 8 Punkte Vorsprung auf die Bayern und Rekorde am laufenden Band reichten den Dortmunder Jungs ganz offenbar noch nicht. Wer eine Zusammenfassung dessen wollte, was den BVB gerade fußballerisch so großartig macht, bekam diese am Samstag Abend in Perfektion und 90 Minuten geliefert. Ob man den anschließenden Auftritt im Sportstudio dann auch so großartig fand, hängt vermutlich eher von der Vereinszugehörigkeit ab. Wir waren doppelt und dreifach verliebt, in alle. Sogar Kevin. Der hat ja jetzt auch die Haare schön.

Es folgte wenig Schlaf, da die Tore immer, immer, immer wieder auf Sky Sport News geschaut werden wollten. Und die Interviews. Und die Bierduschen. Und die Bilder von den feiernden Fans. Und die Interviews mit den Bayern-Spielern. Half aber alles nichts gegen frühes Aufstehen um zur Doublefeier nach Dortmund zu fahren.

Ach, was soll ich sagen. Schaut selbst.

Angemessene Hausdekoration für Doublesieger:

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Angemessenes Tischgedeck für Doublesieger:

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Eine der Unterschriften auf Sveas Mütze ist von Mitch, die andere von Roman. Entzifferbar ist aber keine von beiden. Aber: Mitch ist toll. Da stimme ich Svea spätestens seit Samstag sowieso zu.

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Feiern. Dazu ist man schließlich da.

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"Kagawa Shinji"-Gesänge waren nach "Ein Schuss! Kein Tor! Die Bayern!" und "Schon wieder deutscher Meister, und schon wieder deutscher Meister, BVB!" die mit Abstand beliebtesten Fangesänge beim Doublefeiern. Hier seht ihr oben rechts einen kleinen, aber lauten Kagawa-Fanclub.

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Vor diesem Moment hier standen wir lange. Und vertrieben uns die Zeit mit "Namen auf Trikots zählen". Mario Götze gewann mit weitem Abstand. In der zweiten Runde räumte Dede ab. Und: Kevin Großkreutz Trikots werden bevorzugt von jungen Frauen getragen. An der Erklärung arbeite ich noch innerlich. Ach ja, hier DER Moment (den Truck holten wir dank Tills Meisterfeier-Erprobtheit danach noch ganze dreimal ein).

Meisterfeier.m4v Watch on Posterous

Und, extra für, äh, alle: Noch ein Bild von Mats Hummels.

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Man kann es nicht oft genug sehen & es ist der perfekte Abschluss für diese Impressionen aus der Stadt des Doublegewinners 2012. Daher hier noch einmal. Bin immer noch fassungslos.

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Fri, 11 May 2012 10:13:18 -0700 Pokalnervosität http://meineerstesaison.posterous.com/130034958 http://meineerstesaison.posterous.com/130034958

Es ist vielleicht aufgefallen, dass der letzte Post eigentlich der letzte hier sein sollte, bevor ich blogtechnisch umziehe - aber leider bastelt sich so ein neuer Blog auch nur langsam und in der Freizeit. Und wichtige fußballerische Dinge wollen unbedingt verbloggt werden. Außerdem stehen ja zwei weitere Premieren an: Mein erstes Pokalfinale, bei dem ich nicht unbeteiligt und desinteressiert zuschaue. Und meine erste Meisterfeier (hoffentlich Double-Feier) am Sonntag in Dortmund. Also wird hier erstmal weitergebloggt, bis die neue Seite fertig ist.

Pokal. Ich erwähnte glaube ich schon einmal, wie sehr ich ihn hasse. Und liebe. Alles gleichzeitig. Dazu kommt dann noch, dass morgen eine wunderbare, wundervolle, grandiose, unglaubliche Saison auf einmal unschön enden könnte. Denn egal, was man sich vorher einredet: Verlieren im Pokalfinale und die Rekordmeisterschaft ist zwar noch genauso schön, aber irgendwie weniger.... glänzend. Und Meisterfeiern lässt sich am Sonntag auch besser, wenn es vorher keine Niederlage gab.

Meine Versuche, an Karten zu kommen, liefen - natürlich - ins Leere. Auf der heimischen Couch wird daher hemmungslos jedem verdammten Aberglauben gefrönt, den ich und meine Freunde im Reportoire haben. Ich ziehe mein Hummels-Trikot an, das Glückstrikot kommt in die Handtasche. Ja, auch zu Hause. Nicole zieht ihr Kehl-Trikot nicht an, das bringt nämlich Pech. Kathrin lackiert sich nicht die Fingernägel, das letzte Mal ging dann das Spiel nämlich 4:4 aus. Ihr erinnert euch an DAS Spiel? Ja, sowas bitte nicht noch einmal. Carsten kommt mit Schal und der Rest der Truppe hat sicher auch noch Aberglauben parat. Und wer das alles bescheuert findet, der weiß nicht, wie nervös man vor Fußballspielen sein kann.

Wer Nervosität, Vorfreude und nach dem Spiel dann hoffentlich Freude mit anderen BVB-Fans teilen will: Jens und Christian haben die letztjährige Twitter-Aktion der Schalker Fans zum Pokalfinale adaptiert (ja, natürlich darf man gute Ideen auch von Schalkern abschauen!) und www.finalebvb.de und den Twitterkanal @finalebvb aufgesetzt. Dort berichten BVB-Fans aus dem Stadion, von der Waldbühne, vom Rudelgucken in Dortmund oder wie in meinem Fall von der heimischen Couch. Von der Meisterfeier wird natürlich auch noch berichtet. Mitmachen kann man ganz einfach auch mit dem Hashtag #finaleBVB. Sehr zu empfehlen - senkt aber das Nervositätsniveau definitiv kein Stück.

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1627823/blog.jpg http://posterous.com/users/3sDtG1mnmi2t Ina S. Ina Ina S.
Tue, 01 May 2012 04:12:00 -0700 Weniger Zeit, weniger Geld, mehr Fußball http://meineerstesaison.posterous.com/weniger-zeit-weniger-geld-mehr-fussball http://meineerstesaison.posterous.com/weniger-zeit-weniger-geld-mehr-fussball

Da kann ich aber jetzt nichts für. Wegen der unverhofften Meisterschaft war dieser Blog in die Verlängerung gegangen - denn Erfolgsjahre zählen nicht. In einer Meistersaison Fan werden, das erschien mir zu einfach.

Tja. In einer Meistersaison Fan bleiben, ist auch einfach. Ich bin verliebt. In den schnellen Lukasz, den schönen Mats, den dumpfen Kevin und seit der 85. Minute des Rückrundenspiels gegen Bayern find ich nicht einmal mehr den Roman doof. Man kann das nicht schön reden. Ich habe mir wohl den denkbar besten Moment ausgesucht, ausgerechnet den BVB gut zu finden. Oder den schlechtesten, wenn es nach Menschen geht, die Fans wie mich als Erfolgs- und/oder Mode-Fans bezeichnen.

Das "Projekt", das Ausgangsbasis für diesen Blog war? Längst gelungen. Ich wollte Interesse für die Bundesliga bei mir selbst wecken, weil ich schlicht nicht verstehen konnte, warum mich Vereinsfußball all die Jahre nicht interessierte. Wäre daraus ein mildes Interesse entstanden: Gut. Was ich nicht vorhersehen konnte: WIE toll ich die Bundesliga tatsächlich finden würde. Wo war ich all die Jahre? War es vielleicht Selbstschutz vor meinem eigenen Fußballwahn, der Interesse zwischen den EM/WM-Jahren verhinderte? Vor der Bundesliga war mehr Zeit. Vor der Bundesliga war mehr Geld (Sky Abo, Tickets, Fahrten nach Dortmund). Vor der Bundesliga war aber auch ein unvollständiges Bild von Fußball. Ich kannte nur Nationalspieler, nicht aber deren Vereinsleistungen. Feinheiten der Kaderwahl entgingen mir ganz, mir fehlte der Kontext.

Klick machte es zwischen mir und der Bundesliga nach meiner ersten Länderspielpause. Deutschland gegen Türkei. Lukas Podolski gegen Nuri Sahin. Eine Woche später dann Poldi gegen Nuri in der Bundesliga. Der Moment, als Poldi auf dem Platz höhnisch das Ergebnis des Länderspiels gen Nuri zeigte und Sahin sich nach seinem Last Minute-Siegtor nicht minder höhnisch revanchierte - der war es! Dieser eine Moment, der mich noch nicht gänzlich zum BVB-Fan machte, aber zum Fan der Bundesliga. Der Nickligkeiten zwischen Spielern, Vereinen, Managern. Der grandiosen Spiele, der Kampfspiele und der Krampfspiele.

Die "Vereinswahl" war anders. Immer und immer wieder wurde mir gesagt, dass man sich den Verein nicht aussuchen kann. Ich bin mir inzwischen fast sicher, dass das irgendwie stimmt. Zu Beginn dieses Blogprojekts "wählte" ich den BVB. Den Verein der meisten meiner Freunde, den Verein, dessen 100-Jahr-Sonderheft ich nicht allzu lange zuvor förmlich verschlungen hatte. Das Sonderheft war eigentlich ein Geschenk für meine Freundin. Ich hab's vor ihr gelesen, und die tragische Geschichte von Größenwahn und Pleite hat sich eingebrannt. Meine Freundin warnte mich noch eindringlich, ja nicht BVB-Fan zu werden, das wäre zu deprimierend.

Naja. In den Fußball dieser Mannschaft hätte sich in meinen ersten beiden Saisons jeder verliebt. Der eine Moment, der mein Herz zum Rasen brachte, war allerdings im Stadion. Die Südtribüne jagte mir Ehrfurcht ein. Und Begeisterung. Und sie machte mich dort, vor Ort, gegen den Hamburger Sport Verein, zum Fan. Vorher hatte ich mir schon ein Trikot besorgt, mich an dieser Stelle mit "Fan werden"-Aufgaben beschäftigt. Das hat alles irrsinnig Spaß gemacht. Aber letzten Endes wählte ich meinen Verein dadurch aus, dass mein Herz einen Sprung machte, als ich von "echten" Fans umgeben war. Ab diesem Moment war ich hoffnungslos verloren.

Ob ich auch noch Fan bin, wenn der schnelle Lukasz, der schöne Mats und der dumpfe Kevin durch neue Helden ersetzt wurden? Oder wenn der BVB auf einmal gegen den Abstieg spielt? Keine Ahnung. Werde ich rausfinden. Die Bundesliga, von der bleibe ich nämlich ganz definitiv Fan. Endlich Fußball das ganze Jahr über.

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1627823/blog.jpg http://posterous.com/users/3sDtG1mnmi2t Ina S. Ina Ina S.
Sun, 15 Apr 2012 10:12:00 -0700 Was für eine Woche... http://meineerstesaison.posterous.com/122946099 http://meineerstesaison.posterous.com/122946099

Gerade sichtete ich mein Handy auf Bilder vom vergangenen Mittwoch. In so einer englischen Woche kommt man ja zu nix. Der BVB ist vermutlich deswegen aus der Champions League ausgeschieden, damit seine Fans auch mal zum Arbeiten kommen. Zum Fotografieren kam ich aber offenbar auch nicht, mein Handy war erschreckend leer. 

Nein, mit Zeitgründen hat es nichts zu tun, dass ich bei meinem ersten Stehplatz-Besuch der Südtribüne so wenig "Beweise" produziert habe. Die Gründe liegen eher in einer Aufregung, die ich so in der Bundesliga noch nicht kannte. Von internationalen Turnieren war dieses grummelige Bauchgefühl mir schon bestens bekannt, aber beim BVB? Bisher nicht. Ne, bei aller Begeisterung, aber SO nervös war ich bisher nie gewesen. Als ginge es um alle Titel auf einmal gegen Bayern München. Wie gut, dass ich bei meinen wunderbaren Gastgebern Bianca & Till auch farblich angemessene Nervennahrung bekam (die habe ich natürlich geschafft zu fotografieren).

Picplz_2012-04-11_15

Hatte es was mit den Stehplätzen zu tun? Ne, ehrlich gesagt nicht. Meine Angst vor Fußballfans habe ich inzwischen relativ erfolgreich ad acta gelegt, nach ein paar Stadionbesuchen entwickelt man schon einen guten Instinkt für Idioten. Und die Nervosität war kein bißchen verschwunden, als ich sicher vor einem Wellenbrecher in Block 11 stand.

Im Gegenteil. Auch nicht in der Halbzeit, in der ich mich eher noch fragte, warum der BVB eigentlich noch nicht 4:0 in Führung lag und ein dementsprechend schlechtes Gefühl hatte. Die Nervosität entlud sich erst mit voller Wucht im Jubelschrei in der 77. Minute. Wie schön das Tor von Lewandowski war? Sah ich erst in Wiederholungen. Im Spiel war ich zu mitgerissen davon, wie sich die Erleichterung von 25.000 um mich herum in einem Schlag in unbändiger Freunde entlud. Und noch einmal ein wenig exzessiver in der 85. Minute, als wohl nicht nur ich endlich meinen Frieden mit Roman Weidenfeller schloss.

Was soll ich da noch zu sagen? Geilstes Spiel, das ich bisher im Stadion gesehen habe. Die Angst vor'm Stehplatz ist Geschichte. Und als wir auf der fast leeren Süd mit einem Bier in der Hand die PK schauten, da war ich so verliebt in dieses Stadion und diese Fans und diese Mannschaft wie noch nie zuvor.

Ach ja, und dieses Derby? Auch ziemlich geil. Borussia Dortmund kann das doch ganz gut mit diesen englischen Wochen.

 

 

PS:Den Aberglauben-Tipp hab ich natürlich nicht vergessen - nur Posterous weigerte sich diese Woche öfter mal mitzuspielen. Hier der Tipp auf Twitter zum Beweis meiner herausragenden Tippfähigkeiten: http://twitter.com/#!/Ina_Steinbach/status/190106627926536192 

Der junge Mann neben mir, das ist der Till. Und dem Till kann ich für die Ticketvermittlung, die Unterkunft, die schwarzgelbe Nervennahrung und alles andere gar nicht genug danken. Aber tippen kann der nicht so gut wie ich. ;-)

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Sun, 08 Apr 2012 03:49:11 -0700 Bundesliga ist doch langweilig http://meineerstesaison.posterous.com/bundesliga-ist-doch-langweilig http://meineerstesaison.posterous.com/bundesliga-ist-doch-langweilig
Jahrelang habe ich es steif und fest behauptet. Bundesliga sei doch wirklich langweilig, keine KO-Spiele, immer gewinnen die gleichen, so viele miese Spiele. Ich möchte jetzt bitte alles zurücknehmen. Okay, ob immer die gleichen gewinnen, kann ich in meiner zweiten Saison noch nicht wirklich beurteilen. Irgendwann bekomm ich sicher auch mal eine Bayern-Meisterschaft zu Gesicht. Aber langweilig?

Zweikampf an der Spitze. Die Auseinandersetzung um die internationalen Plätze ist auf einmal wieder eng, nachdem alles schon entschieden schien. Ich will momentan nicht einmal ausschließen, dass doch jemand anders als Gladbach es auf Platz 4 schafft. Vom Abstiegskampf ganz zu schweigen. Wo Freiburg und Augsburg auf einmal den Kampfesgeist herhaben und was mit Mainz auf einmal los ist - ein Mysterium. Und alles, aber nicht langweilig. Schlechte Spiele? Oh ja, die gibt es massig. Aber immer gibt es dann auch wieder Kracher wie Dortmund gegen Stuttgart und schon ist man wieder mit der Bundesliga versöhnt.

Bleiben noch die KO-Spiele. Klar gibt es die. Am Mittwoch ist so eins um die deutsche Meisterschaft. Und wenn ich diese 90 Minuten auf der Süd überleben will vor Spannung, dann muss ich ins Reisegepäck nach Dortmund wohl Baldriantropfen packen.

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Sat, 31 Mar 2012 05:23:00 -0700 Kurze Zusammenfassung des gestrigen Fußballabends http://meineerstesaison.posterous.com/kurze-zusammenfassung-des-gestrigen-fussballa http://meineerstesaison.posterous.com/kurze-zusammenfassung-des-gestrigen-fussballa

Leider Zum Glück hat keiner gefilmt. Die letzten 20 Minuten des gestrigen Bundesliga-Spiels haben sich in unsere armen, geschundenen Fanherzen eingebrannt.

Eine kurze Zusammenfassung:

Bis Minute 70: Ziemlich entspanntes Schnacken. Nette Runde, Bier, man führt 2:0, lästert etwas über Bayern-Fans. Eigentlich sind alle im Gedanken schon beim Wochenende, das mit so einem Heimsieg gut und plangemäß anfängt. Zwei von uns haben eine komische Bierwette laufen, die ich bis heute noch nicht ganz verstanden habe. 

Minute 71: Shit. Naja, egal, machen wir halt noch ein drittes Tor, das ist eh lange überfällig.

Minute 77: Doppel-Shit. Langsam werden wir etwas fuchsig auf unsere eigene Mannschaft. In Minute 79 sind wir dann alle sauer. Ich versuche, die zwei anwesenden und ziemlich betrunkenen Stuttgart-Fans am Nachbartisch mit aller Gewalt auszublenden. Jetzt bitte einfach nur noch Ausgleichen.

82. Minute: Mats! Die ganze Saison wünsche ich mir ein Tor von meinem Lieblingsspieler, und dann gleich so eins. Der Lautstärkepegel in der furchtbaren Fußballkneipe auf der Reeperbahn liegt jetzt nicht nur in unserer Runde knapp unter Stadionniveau.

87. Minute: Bei der Einwechslung von Perisic hatte ich eine Anekdote zum Besten gegeben. Ein befreundeter Fußballfan hatte mir neulich erst ausführlich erzählt, dass Klopp ja keine Ahnung von Fußball habe. Ließe er doch das größte Talent im Kader, Ivan Perisic, auf der Bank. Obwohl der sich nur noch hinter Messi verstecken müsse. Die Anekdote sorgte für angemessenes Amüsement. Fast noch mehr, als der Dortmunder Messi das 4:3 schießt. Jetzt hat das Spiel endgültig legendäre Dimensionen erreicht. Mein Hals fängt an zu schmerzen wegen des ganzen Rumgebrülles. Der Bierkonsum an unserem Tisch hat normales Spieltagsniveau längst übertroffen.

92. Minute: Pfft. Darüber möchte ich bitte nicht mehr sprechen.

Was für ein Spiel.

 

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Tue, 20 Mar 2012 11:00:30 -0700 Hass unter Freunden http://meineerstesaison.posterous.com/113413103 http://meineerstesaison.posterous.com/113413103

Von diesem Blogeintrag gab es mehrere Versionen. Eine wütende, aus dem Bauch geschriebene. Eine nach der Lektüre vieler guter Blogs, Facebook-Einträge und Artikel. Beides wurde meinen Empfindungen beim Anblick des widerlichen Banners auf der Süd am Samstag nicht gerecht.

Schwul oder lesbisch sein ist wie groß oder klein sein. Man hat es sich nicht ausgesucht und es ist unverrückbar Teil von einem selbst. Einer, den man im Gegensatz zur Körpergröße vielleicht zumindest vorübergehend verstecken kann, aber immer nur vorübergehend. Wer sein wahres Ich verleugnet, leidet. Nun kenne ich niemanden, der besonders kleine oder besonders große Menschen aufgrund ihrer Körpergröße grundsätzlich hasst. Wer schwul oder lesbisch ist, hat diese Erfahrung aber mindestens einmal im Leben gemacht. Oft überraschend, aus heiterem Himmel. Auf der Straße, ein fieser Ruf hinter dir. Beim Kennenlernen des neuen, hyperreligiösen Freundes der eigenen Mutter, auf der eigenen Couch. Und, besonders oft: Im Internet. Dort wo Anonymität auch die größten Idioten eine große Klappe haben lässt.

So ein Fußballstadion ist auch gewissermaßen anonym. Eine schwarz-gelbe Masse, im TV nicht als Individuen erkennbar. Das macht es so beeindruckend, die Dortmunder Südtribüne zu sehen - diese Masse, 25.000 Menschen, die nur der Fußball eint. Von weiten nimmt man nur die Masse wahr. Und dann sehe ich in dieser Masse Banner, welche mir das Blut gefrieren lassen. Vor Zorn, vor Unverständnis, vor Trauer. Vor Scham. Und ja, ich weiß, dass die Konformität der Masse täuscht, und dass jeder einzelne der 25.000 ein Individuum ist, und davon 99% frei von so dreckigem Gedankengut, wie es diese Banner verrieten. Aber das erste, was ich sehe, ist diese Tribüne, die ich inzwischen wirklich liebe, gepaart mit Vokabular, das mich trifft. Und betrifft. Es fühlt sich in etwa so an, wie von einem engen Freund auf einmal eine homophobe Äußerung zu hören. Enttäuschung dominiert die erste Reaktion. Unglauben sogar - mein erster Schritt war, die Echtheit der Bilder zu verifizieren, ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. 

Später kamen natürlich die Infos, die Einordnung, die lautstarken, hervorragenden, herzerwärmenden Kommentare von vielen, vielen, vielen BVB-Fans, die sich ebenso fassungslos zeigten. Das relativiert das erste, fiese Bauchgefühl. Natürlich weiß ich, dass das ein paar Idioten waren (alle Hintergründe sind mir allerdings herzlich egal - Sprache verrät Gesinnung). Wusste ich ja auch eigentlich schon, als ich die Bilder erstmals sah. Aber dieses Bauchgefühl, dieses richtig miese Gefühl jedes Mal, wenn ich diese Banner ausgerechnet in "meinen" Farben sehe? Das bleibt.

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Mon, 05 Mar 2012 09:58:00 -0800 Von Großmäulern und Tiefstaplern http://meineerstesaison.posterous.com/mund-halten-fussball-spielen http://meineerstesaison.posterous.com/mund-halten-fussball-spielen

Ich bin ja hauptberufliche Kommunikateuse. Und als solche bestaune ich den FC Bayern München fast noch mehr als in meiner Zusatzfunktion als Fußballfan. Da werden vollmundig "Serien" angekündigt, weil man gegen einen Verein gewonnen hat, der sich unter den Meisterschaftskandidaten wähnte. Ich nahm an, damit seien Siegesserien gemeint. Offenbar ein Irrtum. Denn nach einer Niederlage gegen einen Verein, der immerhin in der Vorsaison Vizemeister wurde (Bayern München, um es an dieser Stelle noch einmal zu betonen, wurde lediglich Dritter), schrieb man nun die Meisterschaft ab. Bis nächste Woche nach einem 4:0 gegen Hoffenheim dann wieder alles in Ordnung ist? Oder hat man das Spiel in München bereits abgeschrieben, da es ja in der Hinrunde schon schief ging?

Gleichzeitig echauffiert sich die Journalisten- und Expertenschar darüber, dass Jürgen Klopp & der Rest der Dortmunder das "M-Wort" schon wieder nicht in den Mund nehmen will. Fast lustig gemacht wird sich über das System Tiefstapelei der Borussia. Dabei, seien wir doch mal ehrlich, ist diese Art der Kommunikation doch viel cleverer als die Extreme, zwischen denen Bayern München stetig hin und her pendelt. Dortmund kennt nur eine Kommunikationslinie: "Wir versuchen unser Bestes, wir haben Spaß am Spiel, manchmal klappt es, manchmal nicht." Wenn es mal nicht klappt, dann Mund abwischen und nächstes Mal wieder versuchen. Ausgegeben wird immer nur ein Minimalziel, und nicht gleich vollmundig das Triple. Wäre Dortmund München, dann wäre längst vom triumphalen Double und Titelverteidigung die Rede. Und zwar nicht nur in den Medien, sondern auch im Verein.

Dabei sind beide Extreme bei Bayern München einfach nur noch komisch anzuschauen. Siege hochjubeln, egal wie der Gegner spielte, und Niederlagen (bzw. gefühlte Niederlagen wie gegen Freiburg) überdramatisieren. Manchmal kommt mir Bayern vor wie ein Teenager mit seinen Stimmungsschwankungen. Als Fan dieses Vereins würde ich mir vor allem eins wünschen: Haltet doch einfach mal den Mund und arbeitet an eurem Fußballspiel.

So wie die in Dortmund halt.

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Thu, 01 Mar 2012 03:58:33 -0800 Fußballmanager? Reine Übungssache. http://meineerstesaison.posterous.com/fussballmanager-sein-reine-ubungssache http://meineerstesaison.posterous.com/fussballmanager-sein-reine-ubungssache

"Du musst unbedingt eine Managerliga spielen, wenn du die Bundesliga richtig kennenlernen willst." Das sagten mir viele. Und wollten vermutlich nur einen einfachen Gegner, denn eine vollkommen Ahnungslose Managerliga spielen zu lassen, ist eine besonders perfide Art von Mobbing. Für die Nationalspieler reicht das Geld nicht, und vom Rest hat man noch nie gehört. Dementsprechend kläglich versagte ich in meiner ersten Saison im Kicker-Managerliga-Duell gegen Bayern-Fan Viktor. Treue Blogleser erinnern sich vielleicht an meine Wetteinlösung. Wer die damals nicht gesehen hat, hat Pech gehabt - das konnte ich diesem Internet nicht dauerhaft anvertrauen.

Viktors großer, GROSSER Fehler in der zweiten Saison: Meinen Wandel von Interesse zu Obsession zu unterschätzen. Und wie gut ich die Bundesliga inzwischen kenne. Und die Tatsache, dass ich mit einer Sportjournalistin zusammenlebe, hätte er vielleicht auch einmal näher reflektieren sollen. Ihrem Tipp für mein Revanche-Team verdanke ich beispielsweise die inspirierte Wahl von Ter Stegen für mein Tor. Auf Hummels, Götze, Löwe, Kagawa kam ich natürlich von ganz alleine. Ebenso auf meine Wechsel zum Winter - mit einem gewissen Herrmann, der gleich mit ein paar unbedeutenden Törchen gegen Bayern in die Rückrunde startete. 

Mir fällt schon schwer, diesen Blogpost ohne Häme zum entscheidenden Punkt aufzubauen. Nämlich dem hier - dem Zwischenstand in der Managerliga-Runde, der sich neben Viktor auch noch Blogleser Kai und Lars anschlossen.

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Letzte Saison brachten mir nur zwei Spieler Punkte im dreistelligen Bereich. Jetzt sind es schon fünf, alle von irgendwelchen Mannschaften mit Borussia im Namen. Viktors Top-Punktebringer Christian Fuchs brauchte im bisher - jetzt muss ich mein Lachen grad etwas unterdrücken - 57 Punkte. 

Klar, ich weiß auch, dass mein Erfolg als Fußballmanagerin sich auf dem Erfolg der Gladbacher und Dortmunder begründet. Beziehungsweise auf meinen Instinkt, der mir sagte, dass es bei beiden Teams mit der Hochphase noch nicht vorbei ist. Und der mich zur grausamen Bedingung meines Rematches gegen Viktor führte: Er durfte keine Dortmunder aufstellen, ich keine Bayern. Er sah sich daraufhin wieder haushoch gewinnen. Und - der wirkliche Spaß an der Sache! - schaut jetzt gute Dortmunder Spiele mit doppelter Wehmut. 

Die Meisterschaft kann mir zumindest Viktor nicht mehr streitig machen, Kai gestehe ich noch eine Außenseiter-Chance zu - also mehr als sein HSV so zu bieten hat. Als Revanche schwebt mir jetzt schon vor, dass Viktor mit zur Meisterfeier nach Dortmund kommt. So als Krönung der perfekten Schmach. Was meint ihr?

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Sun, 19 Feb 2012 04:09:09 -0800 Jemanden zum Fan machen: Eine Anleitung http://meineerstesaison.posterous.com/51-und-71-ein-stadionbesuch-mit-uberzahl http://meineerstesaison.posterous.com/51-und-71-ein-stadionbesuch-mit-uberzahl

Neulich fragte mich ein fußballaffiner Mann, wie er denn wohl seine Freundin zu ähnlicher Begeisterung wie mich führen könnte. Nun ja, erstens braucht es dazu wohl Grundbegeisterung - ist ja nicht so, dass ich Fußball erst gestern entdeckt hätte, nur halt Bundesliga-Fußball. Wenn man den erstmal für sich entdeckt hat und den Sportteil der Zeitung intensiver studiert, dann ist eh alles vorbei und man weiß auch, wer in der englischen Liga die Tabelle anführt. Geklappt hätte das an dieser Stelle beschriebene Projekt aber nicht, wenn da nicht zwei Dinge gewesen wären: Erstens wundervoller, atemberaubender Fußball und zweitens die Fans, die ihre Leidenschaft so bereitwillig weiterreichen.

Ich sage ganz offen: Wenn in der Bundesliga langsamer Rumpelfußball gespielt würde, wäre ich kein Fan. Hätte ich nicht zu Beginn meiner ersten Saison durch einschlägige Ruhrpott-Vorbelastung bereits eine Wahl getroffen, so wäre es irgendwann wahrscheinlich doch auf Dortmund herausgelaufen. Bei meinem letzten Stadionbesuch, dem Rückrundenauftakt gegen den HSV, genoß ich zwischen den häufigen Torjubeln in Ruhe die Kombinationen und die Geschwindigkeit auf dem Platz. Also, die von Dortmunder Seite, der HSV verweigerte ja das Mitspielen. Gleiches gestern in der ersten Halbzeit gegen Hoffenheim. Deswegen mag man doch Fußball, oder? Spielfreude, Spielkunst, Tempo. Deswegen ist die holländische Nationalmannschaft auch so fest in meinem Fanherzen verankert, auch wenn ich mit meinem anderen Nationalteam erfolgreicher war - aber es sah bei Holland immer so verdammt gut aus! Natürlich kann man nicht immer so spielen. Natürlich ist auch diese Spielweise nicht immer die Erfolgreichste (siehe Holland). Aber wenn sie das Ziel und die Philosophie ist, dann reicht mir das schon. Dann dürfen zwischendrin auch mal häßliche Arbeitssiege dabei sein. 

Also, Tipp 1: Zeigt dem zukünftigen Fußballfan gute Spiele. Richtig gute Spiele. Also welche von einer der beiden Borussias, am besten. Oder irgendeine rasante Aufholjagd von Werder Bremen, oder einen grandiosen Kontersieg von Hannover. Ihr werdet schon was finden - die Bundesliga ist nämlich echt überraschend unterhaltsam, wenn man sich erstmal eingegroovt hat. Wenn ihr die Person dann noch ins Stadion mitnehmt, wo man das Spiel ohne nervigen Kommentar und mit besserem Überblick und tausendfach besserer Stimmung sieht, ist die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung schon recht groß.

Den zweiten Tipp setzt ihr vermutlich schon um, wenn ihr jemand mit dem Fußballfieber infizieren wollt. Eine Anekdote hierzu: Südtribünen-Premieren-Beschaffer Till beschloss zum "Pay a Blogger Day" im November, dass er mich lieber einen Monat lang bezahlen wollte. Und zwar mit Borussia Dortmund-Nachhilfe in Adventskalender-Form. 24 Tage lang bekam ich sorgfältig geschriebene Mails mit Geschichten aus seinem Fanleben, rund um Erfolge und Misserfolge der Borussia und zahlreichen Videos und Fotos von legendären Momenten. Nicht nur war ich bis Weihnachten bestens informiert, auch die Mischung von Tills Nachhilfestunden war großartig. Langweilt Noch-Nicht-Fans bitte nicht mit Statistiken und Zahlen. Ehrlich gesagt, langweilt bitte niemanden mit Statistiken und Zahlen. Interessiert kein Schwein, kann man alles ergoogeln. Was man nicht ergoogeln kann, ist das Gefühl bei einem grandiosen Auswärtssieg. Die Verzweiflung nach einem üblen Pokalaus. Die Emotionen, die Fans mit bestimmten Spielern verbinden. Oder die Fassungslosigkeit nach so etwas, einem meiner Adventskalender-Highlights:

Aber: Gestern Nachmittag saßen auf meiner Couch ein Bayern-Fan mit seiner fußball-, aber nicht vereinsbegeisterten Freundin. Man kann nicht sagen, dass er es nicht probieren würde. Aber ihre Liebe zu Bayern hat sie immer noch nicht entdeckt. Vielleicht sollte er es in einer anderen Saison nochmal probieren. Denn irgendeinen magischen Moment auf dem Platz braucht es irgendwie schon, egal wie viel Begeisterung man in seinem Umfeld hat. 

 

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Tue, 07 Feb 2012 09:30:00 -0800 Hassliebe Pokal http://meineerstesaison.posterous.com/99679045 http://meineerstesaison.posterous.com/99679045

Ich liebe den DFB-Pokal. Allein das Konzept, dass ein Verein einen anderen rauswerfen kann, der mehrere Klassen über ihm spielt - vorprogrammiertes Drama. K.O.-Spiele, die ich in der Bundesliga nach wie vor manchmal gerne hätte. Der einzige Vereinswettbewerb, den ich wirklich meistens guckte, und der mich genau so lange interessierte, wie noch unterklassige Vereine dabei waren. Meine Freundin meinte, dass ich das DFB-Pokalfinale des BVB gegen Bayern mit ihr geschaut hätte - ich kann mich aber nicht erinnern. Hat mich also offenbar nicht wirklich interessiert. Sehr lebhaft erinnere ich mich aber an das Viertelfinale 2006, Werder Bremen gegen St. Pauli. Erinnert ihr euch? Es schneite fürchterlich, Werder bat um das Anschalten der Rasenheizung, St. Pauli lachte. Es folgten 90 furchtbar amüsante Minuten auf eisglattem Rasen, die mehr mit Schlittschuhlaufen als mit Fußball zu tun hatten. St. Pauli warf den Erstligisten 3:1 raus, und Thomas Schaaf kochte trotz eisiger Außentemperatur fast über.

Dieses Spiel hat sich eingebrannt, und bringt auf den Punkt, warum ich den Pokal immer so mochte. Alles Jammern über schlechten Rasen hilft nichts - die verwöhnten Bundesliga-Kicker müssen auch auf Matschwiesen und Eisflächen spielen. Wenn der unterklassige Verein dadurch einen Vorteil hat, ist das nur fair, immerhin liegen Welten zwischen der spielerischen Klasse.

Nun ja. Jetzt hab ich einen Bundesliga-Verein für mich entdeckt. Und zwar einen, den ich in meiner ersten Saison gegen die Kickers Offenbach rausflogen sah. Das ärgerte mich damals noch nicht so sehr wie das Europaleague-Aus kurz danach, aber in meiner zweiten Saison erlitt meine Begeisterung für den DFB-Pokal spätestens einen empfindlichen Dämpfer. Trotz des Erfolges bisher - aber allein die theoretische Möglichkeit, gegen einen Zweit- oder Drittligisten rauszufliegen, macht mich fertig. Der heiß geliebte Pokal ist auf einmal etwas, was man mit halb geschlossenen Augen schaut, damit man das Elend im Zweifel gar nicht zu Gesicht bekommt. Selbst die Schadenfreude packt man schön weg, besonders wenn der eigene Verein am zweiten Spieltag spielt und möglicherweise noch eine viel schlimmere Pleite einfahren könnte.

Diesmal spielt der BVB am ersten Spieltag. Allerdings möchte ich mir den Spott gar nicht vorstellen, der beim Ausscheiden gegen einen Regionalligisten im Viertelfinale anfallen würde. Vor allem, wenn das Spiel so aussieht wie mein geliebtes Viertelfinale 2006 am Millerntor.

Ich hasse den DFB-Pokal.

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Sun, 05 Feb 2012 05:41:00 -0800 Jubelegoismus http://meineerstesaison.posterous.com/jubelegoismus http://meineerstesaison.posterous.com/jubelegoismus

Eigentlich ist es ja absurd. Da pflegt man wöchentlich seine Abneigungen gegen bestimmte Vereine, aber sobald sie einem was Gutes tun könnten, ist man vehement für sie. So geschehen Samstag Abend auf meiner Couch, als ich dem ungeliebten HSV gegen die inzwischen noch ungeliebteren Bayern meine Anfeuerungsrufe schenkte. Ich meine mich zu erinnern, dass ich irgendwann zu Beginn dieses Blogs mal Unverständnis für genau dieses Verhalten von Fußballfans gezeigt hatte. Inzwischen hab ich es verstanden: Mir doch egal, wer dafür sorgt, dass wir Tabellenführer sind. Hauptsache wir sind's. 

Meine Lieblingsgeschichte des Wochenendes erzählte aber ein Ex-Dortmunder mit seinen schwarz-gelb bekleideten Schuhen. Als hätte sich dieses Tor jemand für ein Fußballmärchen ausgedacht.

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Sun, 29 Jan 2012 11:19:00 -0800 Tore, Pfiffe, Schietwedder http://meineerstesaison.posterous.com/stadionbericht-mit-vielen-toren-wenig-fans http://meineerstesaison.posterous.com/stadionbericht-mit-vielen-toren-wenig-fans

Die magische erste Halbzeit gegen Hoffenheim erinnerte mich daran, dass ich die magischen 90 Minuten im Hamburger Volksparkstadion noch nicht verbloggt habe. Ein typischer Fall von Stadioneuphorie, die einen ein paar Tage beschäftigt - so sehr, dass man ganz vergisst, davon zu berichten.

Mein insgesamt 10. Stadionbesuch brachte zahlreiche neue Erkenntnisse und wie erwartet Halsschmerzen. Das Kratzen im Hals am nächsten Tag kam allerdings nicht von einer Erkältung, daran war das Singen schuld. Es gab doch so viel zu besingen. Ich kam irgendwann so durcheinander mit den Toren, dass ich beim Mitschreien des Spielstands nach dem Gegentor von Guerrero statt einer "5" eine "4" brüllte. HSV-Fan Kai beschwerte sich anschließend, dass die BVB-Fans "Einer geht noch" gesungen hatten. Aber hey, manchmal verdient man das auch nicht anders.

Kai gehörte übrigens mein Respekt des Spieltages. Wer als einziger HSV-Fan mit 7 BVB-Fans noch was Essen geht nach solch einer Niederlage, der hat mehr Mumm als die gesamte Hamburger Elf. Wir waren aber auch ganz lieb, hoffe ich. Ich hätte mir das bei umgekehrtem Spielstand wohl nicht angetan.

Zurück zum Spiel. Eigentlich kein Spiel, sondern ähnlich wie beim Hinrundenauftakt eine 90-Minütige Dortmund-Feier. Auf den Rängen jedoch anders als sonst, denn die Partie wurde offiziell bestreikt. Auf die Präsenz gelber Trikots hatte das kaum Auswirkungen. Ich haderte im Vorfeld kurz mit mir, aber das 55 Euro teure Ticket war offen gestanden für mich viel billiger als jede Fahrt nach Dortmund. Das wollte ich einfach nicht auslassen. So ging es einigen tausend BVB-Fans um mich herum und sieben aus unserer kleinen Hamburger BVB-Runde ebenfalls. Der Boykott war trotzdem spürbar: In der veränderten Zusammensetzung des Gästeblocks. Es fehlten die "Anheizer", Fangesänge waren unkoordinierter und weniger kreativ. Ich bin mir beispielsweise fast sicher, dass Marcel Schmelzer ein Geburtstagsständchen bekommen hätte, wenn mal jemand damit angefangen hätte. Den Boykott sehe ich mit sehr gemischten Gefühlen, da ich die Effizienz dieser Maßnahme gegen Ticketpreise bezweifle, so lange nur Gästefans zum Streik aufgerufen werden. Aber Respekt vor denen, die draußen dieses grandiose Spiel im strömenden Regen im Radio hörten, den hatte ich. Ich verspreche auch, mich zu späterem Zeitpunkt intensiver mit "Kein Zwanni" zu beschäftigen - organisierte Fankultur bleibt mir momentan noch fremd. Nachhilfe ist hier gerne gesehen. 

Eine weitere interessante Fan-Beobachtung auf der anderen Seite des Stadions: Die HSV-Fans zeigten ihren Unmut auf verschiedene Weise. Beißend sarkastisch, wie hier nach dem 1:5:

Durch Verlassen des Stadions ab dem vierten Dortmunder Treffer, wie hier recht deutlich sichtbar (es wurde noch leerer):

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Und natürlich durch Pfiffe. Damit ging es relativ schnell los und nur außerhalb der Nordtribüne, soweit ich das beurteilen konnte. Es war auch verdient für die unterirdisch spielenden Hamburger. Trotzdem finde ich Pfiffe gegen das eigene Team während des Spiels unfeine Fan-Art. Ausgepfiffen wurden beispielsweise Rückpässe - aber meine Güte, manchmal muss man halt das Spiel von hinten wieder in Ruhe aufbauen. Motivierend auf die Spieler wirkt das bestimmt nicht. Sinn des Stadionbesuchs sollte doch sein, dass Team nach vorne zu peitschen, egal wie es steht. Pfiffe finde ich, sorry, scheiße. Kann man nach dem Abpfiff immer noch machen. Übrigens: Beim Hinspiel spielte der HSV noch viel schlechter, auch wenn das Ergebnis etwas milder ausfiel. Da brüllten die Fans aber ihren Verein bis zum Schluß nach vorne, was mir damals größten Respekt abnötigte. 

Ach ja, eines noch: VERDAMMT, WAR DAS GUT! So, fertig.

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Sun, 22 Jan 2012 04:24:00 -0800 Aberglaube Tipp HSV : BVB http://meineerstesaison.posterous.com/aberglaube-tipp-hsv-bvb http://meineerstesaison.posterous.com/aberglaube-tipp-hsv-bvb

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Ihr kennt das ja schon. So lange das einzige Spiel im Stadion, bei dem ich diesen Tipp vergessen hatte, auch mein einziges Unentschieden war, werde ich damit auch nicht aufhören. Schon gar nicht, wenn dieses einzige Spiel auch das Auswärtsspiel beim HSV war. Diesmal weiche ich sogar von meinem 2-Tore-Differenz Tipp ab. Ganz verrückt. Dortmund gewinnt klar und in den oberen Plätzen wird's richtig spannend. So.

Zusatztipp: Wenn das Wetter nicht besser wird, bin ich morgen erkältet. ;)

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Fri, 20 Jan 2012 02:23:16 -0800 Marco Reus tanzt http://meineerstesaison.posterous.com/marco-reus-tanzt http://meineerstesaison.posterous.com/marco-reus-tanzt

Wusstet ihr, dass Marco Reus Ballett tanzt? Nö, ich bis gestern auch nicht. Vielleicht ist es aber auch einfach ein Zeichen fortgeschrittenen Fußballentzugs, wenn zwei BVB-Fans im Ballett eine frappierende Ähnlichkeit eines Tänzers zu Herrn Reus feststellen. Der Marco war aber auch echt der Beste, fast wie beim Fußball. Seine Tänzerversion war etwas muskulöser (na gut, sehr - wenn Männer wüssten, was Tanzen mit ihrer Oberkörpermuskulatur machen kann, würden sie alle Ballett tanzen), viel tätowierter, aber nicht weniger flink bei Fuß.

Apropos. An dieser Stelle habe ich noch gar nicht meine unbändige Freude darüber verkündet, dass ich mir nächste Saison eine Mannschaft mit Marco Reus regelmäßig anschauen darf. Den kleinen Freudentanz im Supermarkt nach Lektüre der Eilmeldung habt ihr ja nicht gesehen. Wenn es noch eines Zeichens dafür bedurfte, dass das Ziel dieses Blogs eigentlich schon erreicht ist, dann war es dieses Tänzchen. Aber keine Sorge, mit bloggen höre ich erst auf, wenn ich die verbliebenenen Punkte auf meiner Anfänger-To Do-Liste abgearbeitet habe. Da auf dieser Liste unter anderem steht "das erste Mal eine Niederlage im Stadion durchleiden" wird das noch eine ganze Weile dauern.

Und jetzt hoffe ich erst einmal, dass Marco Reus zum Rückrundenauftakt dem geschätzten Herbstmeister den Tag vermiest. Auf der To Do-Liste steht nämlich auch noch die Teilnahme an irgendeiner Titelfeier. Ob Reus dabei Ballett tanzt oder dribbelt, ist mir egal - Hauptsache am Ende hat Herr Hoeneß einen roten Kopf. 

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Wed, 18 Jan 2012 11:29:35 -0800 Aufwärmen für die Rückrunde http://meineerstesaison.posterous.com/ruckrunden-countdown-teil-1 http://meineerstesaison.posterous.com/ruckrunden-countdown-teil-1

Es ist Mittwoch. Ein Mittwoch, auf den ein Wochenende mit Bundesliga folgt. Endlich wieder. War die Winterpause letztes Jahr kürzer, oder kam sie mir nur kürzer vor, weil es mir damals noch einen Ticken egaler war? Zeit, sich warmzumachen für die Rückrunde. 

Wikipedia sagt: 

Fußball ist eine Ballsportart, bei der zwei Mannschaften mit dem Ziel gegeneinander antreten, mehr Tore als der Gegner zu erzielen und so das Spiel zu gewinnen. 

Manchmal hat Wikipedia ja auch gar keine Ahnung. Fußball ist nun wirklich deutlich mehr als das.

1. Fußball ist eine Ballsportart, die erwachsene Männer mit Ruhrpott-Dialekt zum Nähen bringt. So sind nämlich die ziemlich großartigen "Monstkottchen" entstanden, auf die mich auf Twitter ein Schalke-Fan (!!) hinwies. Einmal bitte hier schauen. Und wer danach noch nen Grund braucht, um auf Twitter oder Facebook Fan von den kleinen Fußballmonstern zu werden, der schaue sich diesen Tipp zum letzten Derby an: 

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2. Fußball ist eine Ballsportart, bei der man mit wenigen wohl dosierten Floskeln wirklich wunderbar Expertentum vorgaukeln kann. Manche machen daraus eine Karriere, wie Wolf-Dieter Poschmann oder Marcel Reif. Andere brauchen das nur für das Sonntagsbierchen in der Fußballkneipe. 11 Freunde hat zum Rückrundenauftakt eine schöne Phrasenschule zusammengestellt. Mal lesen. Vielleicht reicht es für ne Kommentatorenkarriere bei Sky.

3. Fußball ist eine Ballsportart, bei der 22 Spieler auf dem Platz stehen und trotzdem einzelne Spieler die ganz großen Geschichten schreiben. Mein Gänsehaut-Moment der Winterpause: Thierry Henry trifft im FA Cup. Das Siegtor. Im ersten Spiel beim neuen alten Verein. Wahnsinn.

Was freu ich mich wieder auf Fußball.

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Wed, 04 Jan 2012 10:08:31 -0800 Mein Fußballjahr 2011 http://meineerstesaison.posterous.com/mein-fussballjahr-2011 http://meineerstesaison.posterous.com/mein-fussballjahr-2011

2011 hätte früher in meinem Fußballkalender nicht existiert. Ein ungerades Jahr, kein internationales Turnier, langweilig. Aber diesmal war alles anders. Das ungerade Jahr wurde zum aufregendsten Fußballjahr meines Lebens - dank einer ganzen Reihe von Premieren & Highlights. Wo ich früher nur die einwandfreie EM-Qualifikation und die wunderbare Evolution der Nationalmannschaft und vielleicht noch wichtige Spiele der Frauen-WM gesehen hätte, so waren es diesmal ein paar Spiele mehr. Eigentlich sogar fast alle Spiele. Einschließlich Supercup und Liga Total Cup. Und Testspielen. So ne Sommerpause kann ja auf einmal sehr lang werden, wenn man erstmal Blut geleckt hat.

Endgültig an den Bundesliga-Fußball verloren war ich offenbar schon 2010. Anders kann ich mir nicht erklären, dass ich schon zu Beginn der Rückrunde letztes Jahr vom Kribbelig sein in der Winterpause schrieb. 2011 gab ich mir dann aber die beste Mühe, 30 Jahre Bundesliga-freies Fansein aufzuholen. Ich war bei meinem ersten Auswärtsspiel, bei meinem ersten Champions League-Spiel, dem ersten Derby, das erste Mal am Millerntor, das erste Mal auf einem Stehplatz, das erste Mal auf der Südtribüne, das erste - und zweite - Mal auf der Pressetribüne, das erste Mal bei einem Länderspiel. Ganze 9mal sah ich ein Fußballstadion von innen - für jemand, der 2010 das erste Mal überhaupt in einem Stadion stand kein schlechter Schnitt. Im Laufe des Jahres wurde der BVB Meister und ich daher auch, auch wenn ich nicht ganz so doll mitfeiern wollte. Am Ende des ersten Jahres Fansein wäre mir das seltsam vorgekommen.

Zu meiner zweiten Saison, ich gebe es gerne zu, brachen die Dämme und ich wusste auf einmal, warum ich nie Bundesliga geschaut hatte. Wenn man Fußball wirklich, wirklich liebt, dann muss man seine Leidenschaft schon irgendwie ein wenig kontrollieren. Und wenn man erstmal Bundesliga schaut, dann schaut man vielleicht auch mal Premier League oder Primera Division - und wo soll das dann enden? Außerdem ist es wirklich furchtbar anstrengend, im DFB-Pokal eine Bundesliga-Mannschaft zu unterstützen. Der ganze Spaß am DFB-Pokal ist ja eigentlich, dass Viertligisten die oberklassigen Teams rauskicken können - macht nur keinen Spaß, wenn das eigene Fanherz für einen Bundesligisten schlägt. Gottseidank konnte ich das letzte Spiel des Jahres wegen eines TV-Ausfalls im Urlaubshotel nicht schauen - ich bin schon in der Champions League um Jahre gealtert. Fußball ist ungesund.

Fleißige Blogleser erinnern sich vielleicht daran, dass ich mehrfach Zeichen des Wahns verbloggt habe (zum Beispiel hier und hier). Es sind einige dazu gekommen. Nicht unbedingt nur das Sky-Abo, obwohl das schon ziemlich bekloppt ist. Eher solche Dinge wie vorhin, als ich mich eine geschlagene halbe Stunde wie ein Kind über den Reus-Wechsel noch Dortmund freute. Na gut, ich lüge, ich freu mich immer noch. Das wird ein großartiges Fußballjahr - mit Reus, dem BVB, der deutschen Nationalmannschaft und mindestens zwei Titeln.

 

 

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Tue, 06 Dec 2011 01:22:00 -0800 Blinder Fußballoptimismus http://meineerstesaison.posterous.com/blinder-fussballoptimismus http://meineerstesaison.posterous.com/blinder-fussballoptimismus

Egal ob Twitter, Facebook oder meine Dortmund-lastige Blogroll - mir schlägt am heutigen Nikolaus blinder Optimismus von BVB-Fans entgegen. Offenbar glaubt man noch an den Weihnachtsmann. Ist aber nicht schlimm, ich auch. Ich werde so lange daran glauben, dass Dortmund ins Achtelfinale der Champions League oder mindestens in die Europa League kommt, bis beide Spiele heute abgepfiffen sind.

Ich bekomme in diesem Jahr einen wirklich besonderen Adventskalender. Südtribünen-Premieren-Beschaffer Till (er mochte diese Bezeichnung in einem früheren Blogpost so sehr, dass ich sie ab jetzt einfach immer wieder benutzen werde) schickt mir jeden Tag ein kleines Stück BVB-Historie. Ich habe nach 6 Dezember-Tagen schon richtig viel gelernt, bis Weihnachten kann ich euch wahrscheinlich jeden Sieg seit 1909 runterbeten. Heute war das hier in meinem Adventskalender:

Ich wünsche mir sehr, dass sich irgendeiner der Jungs auf dem Platz in Dortmund heute ähnlich unsterblich macht. Und wenn nicht, dann haben sie zumindest in der Champions League gezeigt, wo noch Probleme sind, an denen Klopp arbeiten kann. Und dass es auch mal ergebnisorientiert geht (beim zweiten Piräus-Spiel). Und mal ehrlich, das zweite Arsenal-Spiel, das war wirklich einfach nur noch Pech. Nächstes Jahr läuft's dann eben besser.

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Fri, 02 Dec 2011 03:46:33 -0800 Bayern ärgern für Anfänger http://meineerstesaison.posterous.com/bayern-nicht-mogen-fur-anfanger http://meineerstesaison.posterous.com/bayern-nicht-mogen-fur-anfanger

Ich bin am Wochenende in München. Werde ich demnächst auch recht oft sein. Welch bessere Ausrede also, von der Dortmunder Tabellenführung abgesehen, um meine Fähigkeiten beim Bayern-Fans ärgern zu perfektionieren. 

Ich konnte es lange, sehr lange, nicht nachvollziehen, was alle immer mit Bayern München haben. Bei meinem ersten fast vollständigen Bundesliga-Spiel sah ich einfach nur eine Mannschaft, die gut Fußball spielte. Ich kämpfte sogar mit Impulsjubel bei meinen Nationalmannschafts-Helden. Die Erkenntnis, warum Bayern nicht soooo sehr gemocht wird, schlich sich erst ganz, ganz langsam an. Ich wunderte mich eine ganze Saison über, wie arrogant man sein kann, wenn man kein Land im Meisterschaftskampf sieht. Dementsprechend tippte ich auch dieses grandiose Rückrunden-3:1 des BVB korrekt. Denn es entsprach dem, was ich auf dem Platz sah. Ich tippte auch diese Saison einen Sieg. Denn nur das erschien mir realistisch. 

Beide Male wurde ich ausgelacht. Von Bayern-Fans, aber auch Dortmund-Fans. Ich wisse als Anfänger in der Bundesliga ja gar nicht, wie die Gesetzmäßigkeiten so seien. Überraschungsmeister (ein Unwort, übrigens - denn ab Ende der Hinrunde 2010/11 war ja wohl klar, wer Meister wird!) gäbe es nur alle 2 Jahre, danach sei Bayern dran. Bayern hat Dusel, Bayern hat immer Recht, Bayern ist nunmal der einzige konstante Verein. Mag ja alles sein - aber ich hab erst 2010/11 mit der Bundesliga angefangen. Und wundere mich daher über diese Arroganz der Bayern-Fans und -Manager, über die Vermessenheit, vor Spielen gegen Vorjahres-Meister von klaren Siegen zu sprechen und die Meisterschaft nach 5 Spieltagen auszuloben. 

Mit diesem Wundern kommt eine feine, intensive Liebe am "Bayern ärgern". Dadurch, dass ich immer noch davon ausgehe, dass das ganze Rumgetöne eben nur das ist, pöbele ich schamlos und ohne Rücksicht auf Verluste. Lehne mich mit aus dem Fenster mit Tipps, schreibe Bayern-Fans kleine Neckereien auf ihre Facebook-Pinnwände und verabrede mich zum Konferenz schauen in München mit ihnen. Dabei könnte es natürlich durchaus sein, dass morgen Nachmittag die Tabellenführung des BVB genau so schnell wieder weg ist wie sie kam. Aber ich gehe einfach mal nicht davon aus. Irgendwann zerplatzt auch meine kleine Bundesliga-Blase, ganz bestimmt. Aber lasst mir so lange den Spaß.

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Mon, 28 Nov 2011 02:16:00 -0800 Jürgen sein Derby, Kevin sein Derby, Ina ihr Derby http://meineerstesaison.posterous.com/jurgen-sein-derby-kevin-sein-derby-ina-ihr-de http://meineerstesaison.posterous.com/jurgen-sein-derby-kevin-sein-derby-ina-ihr-de

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Ich würde ja gerne wissen, was Kevin gesagt hat, als er erfuhr, dass es nix mit der Startelf beim Derby wird. Das war tatsächlich mein erster Gedanke, als ich im Stadion auf die Startaufstellung schaute. Auch wenn der Klopp ihm das bestimmt ganz logisch erklärt hat, aber einen Kevin lässt man beim Derby nicht einfach auf der Bank. Wo soll er dann dort seine ganze überschüssige Energie hinlassen. Bin mir ziemlich sicher: Wenn Kevin nicht reingekommen wäre, hätte er sich heulend auf den Kabinenboden gesetzt. Oder selbst eingewechselt.

Wenn er nicht zu beschäftigt mit Feiern gewesen wäre. Dann nach circa 15 Minuten war mir klar, dass mein Tipp, bei dem ich mich diesmal weit aus dem Fenster gelehnt hatte, nicht verkehrt war. Und dass der Besuch aus Gelsenkirchen niemals nie ein Tor schießen würde. Schön, wenn man sich vorher Sorgen um die Objektivität als Twitterreporterin für Zeit Online gemacht hat. 90 Minuten lang kam ich nicht in die Verlegenheit, irgendwelche tollen Aktionen des Gegners loben zu müssen. Gab ja keine. Volle Konzentration auf die Derbystimmung also. Meine Tweets schafften es leider wegen Netzproblemen nur selten aus dem Stadion, also hier die Eindrücke meines ersten Derbys etwas ausführlicher.

Vor'm Anpfiff machten sich die Fans beider Teams mit Wechselgesängen warm, die ich in dieser Perfektion bisher noch nicht erlebt hatte. Südlich schallten beherzte "Sch**ße 04"-Rufe durchs Westfalenstadion, nördlich "BVB H*rensöhne". Man hat sich halt lieb. Fiel mir übrigens schon auf dem Weg zum Stadion auf, bei dem ich kein einziges blaues Kleidungsstück sah. Neutral gekleidete Personen wie ich wurden aber mißtrauisch beäugt, weswegen ich mir spontan lieber einen schwarzgelben Schal von meiner Begleitung Claudia lieh. Fühlte sich irgendwie sicherer an. Till brachte uns Fangesänge bei, gegen die "Sch**ße 04" harmlos ist. Natürlich nur aus Informationszwecken für diesen Blog.

Wer noch nie dort war: Die Stimmung im Westfalenstadion ist immer unvergleichlich. Aber zum Derby legten die Fans eine Schippe drauf. Es war lauter, witziger ("Siehst, du, Sch..., so wird das gemacht..."), hitziger, exzessiver. Nicht nur die Süd war in Höchstform, wie hier nach dem 2:0 durch Santana, auch alle anderen Stadionseiten waren voll dabei. 

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Fast schade, dass es so ein einseitiges Derby war. Obwohl ich wie bei meinem ersten Mal auf der Pressetribüne wieder verzückt lächelnd da saß und die Mannschaft bewunderte. Diese taktische Cleverness! Die noch fast ungewohnte Abgebrühtheit! Robert Lewandowski und Moritz Leitner in erfreulicher Höchstform! Und die Fans, natürlich. Hier verabschiedet sich die Süd schonmal von den Gästen, die vorher ordentlich Rauch produziert hatten. Da hatte Tönnies bestimmt Spaß bei seinen Fans.

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Der Kevin durfte am Schluss nochmal rein. Irgendwer musste ja auch den anderen den Weg zum Zaun der Südtribüne zeigen. 

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In der Pressekonferenz nach dem Spiel lächelte Jürgen Klopp noch etwas verzückt. Man sah ihm an, wieviel Spaß ihm sein erster Heim-Derbysieg gemacht hat. Lieber Jürgen - mir auch. Mir auch.

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